Geschichte - 400 Jahre die verpflichten

Das Brennen und Brauen gehört zu Neuzelle ebenso wie das Zisterzienserkloster. Aus Zinsregisterbüchern sind entsprechende Steuereinnahmen verbrieft und so kann man davon ausgehen, dass beide Handwerkskünste auch schon zu Gründungszeiten (1268) bestanden haben. Allerdings dauerte es bis ins Jahr 1589, als erstmalig das Gasthaus "Neue Krug vorm Closter" urkundlich erwähnt wurde. Dieser Krug ist damals vom Kloster erbaut und dem Krüger übergeben worden. Er besaß in Neuzelle das alleinige Recht Branntwein herzustellen. Damals wurden wohl vornehmlich Kartoffeln und Wein zum Brennen verwendet, da man sich davon die höchsten Ausbeuten versprach.

Prinz Albrecht

Am 16.April 1651 fiel der Krug einer Brandkatastrophe zum Opfer und der damalige Krüger gab ihn mit allen zugehörigen Rechten dem Kloster zurück. Nach über 30 Jahren Ruinendasein, wurde der Krug vom damaligen Abt neu erbaut und befand sich bis 1710 im Besitz des Klosters, bis er dann schließlich wieder verkauft wurde. Zum Ende des 18. Jahrhunderts trat an die Stelle des Fachwerkhauses ein massives Gebäude, das nahezu 200 Jahre bestehen blieb.

Gegenwart

Prinz Albrecht

1988 wurde die als seit den frühen 50er Jahren bezeichnete Sportlerklause abgerissen, um einer geplanten Landbäckerei Platz zu machen. Dieses Vorhaben konnte aber über die Zeit der Wiedervereinigung Deutschlands nicht realisiert werden, sodass bis 1995 das Gelände ungenutzt blieb. 1996 wurde das historische Landhaushotel "Prinz Albrecht" errichtet.

1997 wurde mit Hilfe von 150 Aktionären eine Gesellschaft gegründet, dessen Arbeit auf die Revitalisierung der bestehenden Brennereitradition abzielte. Unter der Führung des Pächters des Prinz Albrechts Hr. Ulrich Krosch wurden bereits kurz nach Errichtung zahlreiche Preise bei internationalen Wettbewerben errungen. Nachdem der Hotelier in den Ruhestand ging und die Brennerei mehr als zwei Jahre ungenutzt blieb, gelangte durch den Ankauf der überwiegenden Anteile die Brennerei in Familienbesitz. Auch bis heute sind eine Vielzahl an Aktionären der Brennerei treugeblieben und unterstützen mit Ihren Anteilen den Erfolg der Neuzeller Klosterbrennerei.

Brennapparatur

Prinz Albrecht

Bei allem historischem Charmé alter Brenngeräte für die anspruchsvolle Herstellung von Destillaten ist eine modernes Brenngerät eine eine unabdingbare Voraussetzung. Unsere Brennapparatur ist weitestgehend aus Kupfer gefertigt insbesondere die Teile, die mit Maische und Alkoholdampf in Verbindung kommen. Lediglich die Verbindungsstücke und Lagertanks sind aus Edelstahl. Mit einem Blasenfüllvolumen von 150 Liter ist es eine relativ kleine allerdings auch typische Größe, die man in vielen Obstbrennereien in Deutschland vorfindet.

Die Wärmezufuhr erfolgt über einen Gasbrenner. Die Tagesproduktion bei einer durchschnittlichen Ausbeute von 5% und der gesetzlichen Brennezeit von 6.00 - 20.00 Uhr beträgt ca. 130 Liter 40% Alkohol.Weiterhin ist die Anlage mit einem Verstärker zur Reinigung und Aromaanreicherung und einem Katalysator ausgestattet. Der Katalysator wirkt stark ethylcarbamatreduzierend und ist für Obstbrennereien sehr wichtig.

Dass die Mehrzahl der Obstbrennanlagen aus Kupfer gefertigt wurden bzw. werden, hat einen ganz einfachen Hintergrund. Kupfer war früher ein beliebter Baustoff, da es sich metallurgisch einfach verarbeiten ließ. Erst später erkannte man, dass es auch eine bedeutsame katalytische Wirkung auf Branntweine hat. Kupferblasen und Katalysatoren reduzieren erheblich den Anteil von Schadstoffen wie z.B. Blausäure und Ethylcarbamat.