Vergangenheit & Gegenwart
Das Kloster Neuzelle ist eines der wenigen derart gut erhaltenen Zisterzienserklöster in Deutschland. Es wurde am 12.Oktober 1268 von Heinrich dem Erlauchten, Markgraf von Meißen und der Lausitz gestiftet.
Kurze Zeit nachdem die Niederlausitz im Jahre 1825 zu Preussen kam, wurde das Kloster aufgehoben und Besitz und Vermögen in eine Stiftung überführt. Die daraus entstandene Stiftung "Stift Neuzelle" nutzte das Vermögen zur Erhaltung der ehemaligen Klosteranlage und der Kirchen. 1955 ging das gesamte Vermögen in Volkseigentum über.
Nach der Wiedervereinigung Deutschlands hat, auf die Initiative des Kreistages hin, das Land Brandenburg 1996 eine selbständige Stiftung mit dem Ziel errichtet, die Klosteranlage einer "ihrer Bedeutung gerecht werdenden Nutzung" zu zuführen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Kontaktdaten
Kloster & Strohhaus
Tourismusinformation des Amtes Neuzelle
| Tel: | 033652 6102 |
| Fax: | 033652 8077 |
| Internet: | neuzelle.de/tourismus.html |
Kulturcafé
| Tel: | 033652 822578 |
| Fax: | 033652 822575 |
| Internet: | barocco-neuzelle.de/das-kulturcafé |
Klosterbrauerei Neuzelle GmbH
| Tel: | 033652 8100 |
| Fax: | 033652 81070 |
| Internet: | klosterbrauerei.com |
Klosteranlage

Kernstück der Klosteranlage sind die beiden Kirchen. Die Stiftskirche St. Marien und die Kreuzkirche. Die Stiftskirche wurde kurz nach Gründung des Klosters im gotischen Baustil mit drei Schiffen angelegt und erst im 17. und 18. Jahrhundert im barocken Stil verändert bzw. erweitert.
Die Kreuzkirche bzw. "Evangelische Pfarrkirche zum heiligen Kreuz" wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts an der Stelle einer Pfortenkapelle als katholische Pfarrkirche errichtet. Erst mit der Auflösung des Klosters 1817 wird sie als evangelische Kirche genutzt. Auch sie zeichnet sich durch eine wunderschöne barocke Innengestaltung aus. Eine mit 125 qm große und damit bedeutenste Freske der Niederlausitz befindet sich in der Kuppel der Kreuzkirche.
Klostergarten Orangerie Kulturcafé
Mitte des 18. Jahunderts wurde hinter den beiden Klosterkirchen ein Garten im Barockstil angelegt. Gegliedert in einen Abts- und einen Konventgarten, erstreckte sich dieser über eine Fläche von 4 ha und machte damit einen Großteil der Klosteranlage aus.
Wege und Wasseranlagen, Terrassen, Orangerie und sogar Teile des Pflanzenbestandes konnten erhalten werden. Auch die Orangerie, die kurzzeitig als Turnhalle dem nahegelegenen Gymnasium diente, blieb erhalten. 1997 begann man mit den Planungen um die Erneuerung des Gartens und 2004 wurde zur Freude aller Beteiligten endlich der zentrale Bereich um die Orangerie eröffnet. Bereits 4 Jahre später wurde mit dem Spiegelteich und dem Konventgarten ein ähnlich großer Abschnit der Öffentlichkeit übergeben.
Heute befindet sich in der Orangerie das Kulturcafé, welches durch zahlreiche Veranstaltungen den Ort zusätzlich kulturell belebt.
Klosterbrauerei

Mit der Errichtung des Klosters wurde auch das Bierbrauen ethabliert. Erstmals wurden entsprechende Einträge im Jahr 1416 gefunden. Als gewerbliche Brauerei wurde die Klosterbrauerei ab 1589 geführt. Viele Braumeister aus unterschiedlichsten Regionen (Böhmen, Sachsen, Preussen und heute Brandenburg) gaben den Bieren eine unverwechselbare Handschrift.
Historische Rezepturen, naturbelassene Rohstoffe und traditionelle Brauverfahren werden mit viel Geist und Kreativität gepflegt. Diese Verbundenheit zu Tradition und Qualität fand und findet im In- und Ausland viel Beachtung.
Strohaus
Während der barocken Umgestaltung und Erweiterung der Klosteranlage enstanden auch eine Vielzahl neuer Häuser in Schlaben dem heutigen Neuzelle, um Gewerbetreibenden, Bediensteten und Handwerkern Lebens- und Arbeitsraum zu geben.
Mit dem Strohaus Neuzelle wurde eines dieser Häuser aus dem Jahre 1780 durch den Verein Strohaus Neuzelle e.V. vollständig restauriert und in liebevoller Arbeit ausgestaltet. Das Haus, welches als Wohn- und Arbeitsstätte dem aus böhmisch Leipa stammenden Tuchmachers Franz Flickschuh diente, und das dazu gehörige Stallgebäude sind ein historisches Baudenkmal mit fast vollständig erhaltener Baukonstruktion und zahlreichen Details.